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Bildung, Bildungspolitik

Fachtagung: Schule im digitalen Wandel

prismatic-thumbs-up-social-media-word-cloud-no-background-800pxEs ist schon gut drei Jahre her, dass ich ein Papier geschrieben und der GEW Rheinland-Pfalz geschickt hatte mit dem Vorschlag zum Thema „Digitale Bildung“ aus gewerkschaftlicher Perspektive eine Tagung zu organisieren. Dann kam der Streik und damit die Planungen ins Stocken, aber die letzten anderthalb Jahre haben wir in einer kleinen Gruppe intensiv die Fachtagung vorbereitet, die nun am

Samstag, den 4.3.2017

an der IGS in Ingelheim

stattfindet.

„Aus gewerkschaftlicher Perspektive“ meint dabei unterschiedliche Aspekte: Mein Anliegen war es u.a., einen ergebnisoffenen Diskussions- und Meinungsbildungsprozess innerhalb der Gewerkschaft zum „Digitalen“ im Bildungsbereich in Gang zu bringen, um gewerkschaftliche Handlungsfelder zu bestimmen und Personalräte auf allen Ebenen bei Fragen der Mitbestimmung für Chancen und Probleme zu sensibilisieren.

In der meiner ursprünglichen Ideensammlung las sich das wie folgt:

„Bei der Einführung von Neuerungen in der Mediengeschichte finden sich in den letzten Jahren harte und zum Teil in den Schulen auch sehr emotional geführte Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern. Während die frühen Diskussionen durch unrealistische Heilsversprechen geprägt waren, die nicht selten grundlegender Ablehnung und Blockaden gegenüberstanden, ist es an der Zeit den Übergang von digitalen Medien in die Normalität und ihre alltägliche Nutzung in den Blick zu nehmen.

Der zentrale Aspekt, der auf der Fachtagung diskutiert werden soll, sind die Auswirkungen digitaler Medien auf die Arbeit von Lehrkräften. Dies umfasst u.a.Kommunikation, Organisation des Arbeitsalltags, Trennung von Beruf und Freizeit ebenso wie Veränderungen des Unterrichts. Es geht um das Offenlegen von überzogenen Erwartungen bzw. Versprechen. Dem gegenüber stehen aber zugleich neue Möglichkeiten der Kooperation von Lehrkräften, digitaler Arbeitsorganisation, Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung. Diese können Lehrkräfte entlasten, bedingen aber immer auch mehr oder weniger umfangreiche Einarbeitungsphasen, Umstellungsprozesse und Zeit für die professionelle Weiterentwicklung.

Diese Punkte gilt es vor der Folie des gegenwärtigen Bildungssystems zu diskutieren, das durch Entwicklungen u.a. hin zu Ökonomisierung, Kompetenzorientierung, quantifizierbaren Leistungsvergleichen, erhöhtem administrativen Aufwand für die einzelne Lehrkraft, effektive Lohnkürzungen durch Arbeitszeiterweiterung und Arbeitsverdichtung geprägt ist. Im Mittelpunkt soll der Erfahrungsaustausch von Lehrkräften unterschiedlicher Schularten stehen und darauf aufbauend das Bestimmen von Handlungsfeldern und Aufgaben für die zukünftige Arbeit der GEW in diesem Bereich.“

booksbuilding-men-800pxIn der vorbereitenden Arbeitsgruppe war der Wunsch da, auch unterrichtspraktische Aspekte zum Einsatz „digitaler Medien“ mit zu berücksichtigen. Wir haben uns dann auf ein dreigliedriges Schema geeinigt, das in mit einem Blick auf die zukünftige Entwicklung in den nächsten zehn Jahren zum einen

  • Schule als System (Theorie)
  • Unterricht (Praxis) und
  • Lehreralltag (Fragen der Kommunikation, Arbeitsorganisation usw.)

in den Blick nimmt. Dabei haben wir die Fachtagung zweigeteilt. Der Vormittag bietet mit einigen wenigen sehr guten Referentinnen und Referenten eine Einführung in die drei Bereiche und setzt zentrale Themenaspekte. Ausgangspunkt ist das KMK Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ (PDF), das Anfang Dezember verabschiedet wurde und wo wir für die Vorstellung des Papiers in der Keynote Gabriele Lonz gewinnen konnten, die in zentraler Funktion als kommissarische Vorsitzende der Länderseite der Gemischten Kommission Schulfunk / Schulfernsehen / KMK / ARD / ZDF / DRadio an dem Strategiepapier mitgearbeitet hat.

In den Foren wird es u.a. Angebote zu OER, Bring your own device (BYOD), digitale Prüfungsformate, individualisiertes und kollaboratives Lernen, Datenschutz, Lobbyismus, Urheberrecht und Unterstützung von inklusivem Lernen durch digitale Medien.

Der zweite Teil des Tages wird dann nach dem Input des Vormittags in Form eines kleinen Barcamps organisiert. Ein Barcamp ist das beste Format für Fortbildungen, das ich bisher kennenlernen durfte. Bei der Fachtagung im März bietet es die Möglichkeit, die Diskussionen zum Strategiepapier der KMK aus dem Einführungsvortrag oder aus den Foren aufzunehmen und zu vertiefen, konkrete Umsetzungen mit Fachkolleginnen und -kollegen anzudenken, aber auch Themen aufzugreifen, die am Vormittag zu kurz oder gar nicht angesprochen wurden, z.B.

  • die Frage nach technischen Infrastrukturen in Schulen, deren Betreuung, Wartung und Finanzierung, hier könnten sich z.B. schulische Administratoren zum Erfahrungsaustausch zusammensetzen und auch Forderungen an die Gewerkschaftsarbeit formulieren,
  • oder konkrete Fragen der Personalratsarbeit an Schulen in Bezug auf „Digitales“ (Mitbestimmung bei der Einführung von Lernplattformen, Erreichbarkeit via E-Mail oder App, Schutz von Schüler- und Lehrerdaten usw.).

Aktuell sind noch Plätze frei. Anmeldung und weitere Informationen zur Fachtagung finden sich auf den Seiten der GEW RLP unter: https://www.gew-rlp.de/veranstaltungen/detailseite/schule-im-digitalen-wandel/

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